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Leuchtende Augen am Schreibtisch

Porträt Dr. Ulrich Wendel | Chefredaktor Faszination Bibel

Ich sitze als frischgebackener Redaktor an meinem Schreibtisch und lese Artikel. Einen nach dem anderen. Sie sind von Theologen, die etwas in ihrer Bibel entdeckt haben, das sie staunen liess. Aber auch Berichte von völlig normalen Christen sind dabei, die ihre Bibelerfahrung teilen. Ich bin berührt: Was für Kostbarkeiten! Frauen und Männer erzählen, wie die Bibel sie durch harte Zeiten getragen hat. Aber auch, wie steile Bibelverse zur zusätzlichen, schier unerträglichen Last wurden. Solche unfrisierten Berichte tun gut. Fachleute entführen mich nach Galiläa und lassen mir Lichter aufgehen: So habe ich diesen Bibeltext noch nie gesehen! Meine Augen fangen an zu leuchten ... •– mehr

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20 Jahre teensmag | Verein Jugendzeitschrift Teens
Hommage Andreas Malessa - Teil 2
Hommage Andreas Malessa - Teil 3
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"Nun, liebe Kinder, gebt fein acht ..."

Blattmachen für die schnellste Zielgruppe der Welt. Der Journalist Andreas Malessa gratuliert. Anlass war der zehnte Geburtstag von teensmag in Deutschland (der zwanzigste in der Schweiz) im Jahr 2005.

Wem noch vor zehn Jahren die vertrauten Klänge des ARD-Sandmännchens das Ende eines aufregend verspielten Tages einläuteten, der verfolgt heute auf VIVA den aufregend nachgespielten Prozess gegen Michael Jackson am Ende eines langweiligen Schul-Tages. Wer gestern noch Pippi Langstrumpf mit den Zöpfen wackeln sah, sieht heute schon Christina Aguillera dasselbe mit dem Po tun. Zwischen 5 und 15 liegen für Eltern "nur" zehn Jahre. Für Kinder aber die Strecke von der adretten Mary Poppins zu den Ekel-Orgien von "Jackass".


Die Signale

Pubertät – das ist für Mütter und Väter ein Grund zum Augenverdrehen, wenn sie unter Freunden sind. Für Kinder ein Grund zum Augenöffnen, welche Welt es gibt, wenn sie bei Freunden sind. Die "richtigen" oder die "falschen" Freunde finden Teenager zunächst äusserlich durch Stammes-Zeichen. Winnetou als Apache erkannte ja auch jeden Komantschen von weitem. Ob sich Mädchen bei Pimkie, Orsay und Xanaka einkleiden oder bei Zero, H & M und Esprit – das ist für Eltern eine Frage des Geldbeutels, für die Betroffenen eine Frage der Ehre.Was dem frommen Vater der Fisch am Auto ist, könnte dem Sohn das "WWJD"-Armband oder das G-sus-Sweatshirt mit Dornenkrone sein. Und wenn in der Hohlstunde (ich weiss, Schüler würden sagen, alle Stunden sind Hohlstunden ) ein "teensmag" aus dem Rucksack ragt – dann ist auch das eins von vielen gruppen-identifizierenden "Signalen". Wie die militärischen Feldzeichen in Opas Preussen ...


Ernst und wahr

Pubertierende sind keine vorläufigen Menschen. Teenager leben auch kein "uneigentliches" Leben. Sie wollen und müssen ganz und gar ernstgenommen und wahr-genommen werden, auch wenn nichts so ganz ernst und das meiste morgen schon nicht mehr wahr ist.

Das ist für Eltern und Lehrer schwierig genug. Wie viel mehr für Redakteurinnen und Redakteure, für fromme Blattmacher, die Heft für Heft den Geschmack dieser Leserschaft treffen müssen. Der aber ändert sich so abrupt wie die Flugrichtung eines Finkenschwarms.

Vor zehn Jahren, als Kohl noch Kanzler, Ostdeutschland noch eine demnächst blühende Landschaft und das Internet nur was für Computerfreaks waren, da passierte etwas Erstaunliches : Das Schweizer christliche Magazin TEENS hatte mit der Ausgabe 9/94 mehr Finanzlöcher als ein Emmentaler Käse Löcher haben kann. Die Druckmaschinen stoppten. Trotz kreativer, legendärer Einfälle
(das Sommer-Doppelheft 1990 z. B. hatte ein 3,5 cm grosses Loch; in der Sommernummer 1988 klebte ein Kamm ; im April 1992 prangte die erste Fotostory zum Thema CD-Klau im Kaufhaus ...) gab es keine wirtschaftliche Zukunft für das Heft.

Der deutsche Bundes-Verlag in Witten bot eine Zusammenarbeit an und – im Frühjahr 1995 erschien teensmag mit 68 Seiten, einer kostenlosen Erstauflage von 100.000 Exemplaren und bald über 10.000 Abonennten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.