Leuchtende Augen am Schreibtisch
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Seite 1 von 3 "Nun, liebe Kinder, gebt fein acht ..."Blattmachen für die schnellste Zielgruppe der Welt. Der Journalist Andreas Malessa gratuliert. Anlass war der zehnte Geburtstag von teensmag in Deutschland (der zwanzigste in der Schweiz) im Jahr 2005. Wem noch vor zehn Jahren die vertrauten Klänge des ARD-Sandmännchens das Ende eines aufregend verspielten Tages einläuteten, der verfolgt heute auf VIVA den aufregend nachgespielten Prozess gegen Michael Jackson am Ende eines langweiligen Schul-Tages. Wer gestern noch Pippi Langstrumpf mit den Zöpfen wackeln sah, sieht heute schon Christina Aguillera dasselbe mit dem Po tun. Zwischen 5 und 15 liegen für Eltern "nur" zehn Jahre. Für Kinder aber die Strecke von der adretten Mary Poppins zu den Ekel-Orgien von "Jackass". Die SignalePubertät – das ist für Mütter und Väter ein Grund zum Augenverdrehen, wenn sie unter Freunden sind. Für Kinder ein Grund zum Augenöffnen, welche Welt es gibt, wenn sie bei Freunden sind. Die "richtigen" oder die "falschen" Freunde finden Teenager zunächst äusserlich durch Stammes-Zeichen. Winnetou als Apache erkannte ja auch jeden Komantschen von weitem. Ob sich Mädchen bei Pimkie, Orsay und Xanaka einkleiden oder bei Zero, H & M und Esprit – das ist für Eltern eine Frage des Geldbeutels, für die Betroffenen eine Frage der Ehre.Was dem frommen Vater der Fisch am Auto ist, könnte dem Sohn das "WWJD"-Armband oder das G-sus-Sweatshirt mit Dornenkrone sein. Und wenn in der Hohlstunde (ich weiss, Schüler würden sagen, alle Stunden sind Hohlstunden ) ein "teensmag" aus dem Rucksack ragt – dann ist auch das eins von vielen gruppen-identifizierenden "Signalen". Wie die militärischen Feldzeichen in Opas Preussen ... Ernst und wahrPubertierende sind keine vorläufigen Menschen. Teenager leben auch kein "uneigentliches" Leben. Sie wollen und müssen ganz und gar ernstgenommen und wahr-genommen werden, auch wenn nichts so ganz ernst und das meiste morgen schon nicht mehr wahr ist. |